Noch immer kann niemand das genaue Ausmaß des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs abschätzen. Chaos und Unwissenheit dominieren weiterhin die Nachrichtenlage. Gleiches gilt für den Zustand der historischen Dokumente, die Restauratoren nun vor eine Menge ungelöster Fragen stellt.
Zunächst einmal müssen die Fachleute die verschütteten Dokumente bergen, ohne sich und andere in Gefahr zu bringen. Das Kölner Historische Archiv beherbergte etwa zehntausend mittelalterliche Urkunden, antike Grundbücher und vieles mehr. Wie viel davon bereits geborgen ist und wie man Zugang zum Rest erhalten kann, ist noch unklar.
Eine noch weit reichendere Frage ist diejenige nach dem Zustand der verschütteten Archive. Werden die alten Bücher feucht, besteht die Gefahr des Schimmelbefalls. Fachleute befürchten, dass sich ein erheblicher Teil der Sammlungen im Bereich des Grundwassers befinden und rechnen daher mit Feuchtigkeitsschäden. Bis zu dreißig Jahre veranschlagen Restauratoren für die Wiederherstellung sämtlicher Dokumente.
Neben dem Pilzbefall dürften außerdem etliche Buchrücken, Einbände und Bindungen emfpindlich beschädigt worden sein. In sorgfältiger Kleinstarbeit müssen diese wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden. Gerade Schimmel kann sich bei ausreichender Feuchte sehr schnell ausbreiten. Um dies zu vermeiden, muss jedes Buch einzeln in eine spezielle Folie verpackt und einem aufwändigen Verfahren zugeführt werden, bei welchem die Feuchtigkeit aus dem Dokument gesaugt wird.
Dass dafür zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden müssen, dürfte schon jetzt klar sein.