Egal ob aus dem Duschkopf im Bad oder dem Wasserhahn in der Küche: Frisch sollte es sein, das Trinkwasser, das aus unseren Hähnen kommt. Und in den allermeisten Fällen ist es das auch, denn immerhin gehört Trinkwasser zu den Lebensmitteln, die in Deutschland am besten kontrolliert werden. Dennoch wird die Freude über frisches Wasser manchmal auch getrübt, nämlich dann, wenn schwarze, schleimige Kleckse aus den Hähnen kommen. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern ist groß, und die Propfen sorgen auch bei Experten für Rätselraten.
Woher die ekelerregenden Ablagerungen kommen, die mittlerweile in ganz Deutschland vereinzelt registriert wurden, soll nun erforscht werden. Das Technologiezentrum Wasser (Dresden) will gemeinsam mit der Kölner Rheinenergie AG der Sache auf den Grund gehen und hat deswegen bereits einen Forschungsantrag bei der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs gestellt. Ein Problem bei der Forschung dürfte dabei sein, dass der Schimmel nur vereinzelt, aber über das gesamte Bundesgebiet verstreut auftreten.
Bisherige Untersuchungen, etwa in Saale, wo insgesamt mehr als 40 Fälle von Schimmelbefall gemeldet wurden, verliefen ergebnislos. Dubioserweise entpuppte sich das Wasser bakteriologisch gesehen als unbedenklich. Daher kam der Verdacht auf, es handele sich nur um ein ästhetisches Problem. Wenngleich die Schimmelpilze nicht gesundheitsgefährdend sind, so haben sie im Trinkwasser dennoch nichts verloren. Die bisher eingeleiteten Maßnahmen zur Schimmelbeseitigung, im Rahmen derer etwa Wasserleitungen und Armaturen ausgetauscht wurden, trugen keine Früchte. Die Schimmelbeläge tauchten nach kurzer Zeit wieder auf. Sporen bilden sich vor allem an feuchten Orten aus, an denen sie viele Nährstoffe finden.
Im Verdacht steht daher mittlerweile Phosphat, das häufig dazu genutzt wird, Leitungsrohre vor Korrosion zu schützen. Eine "Alleinschuld" schließen Wissenschaftler jedoch aus. Die Schimmelpilze können organische Stoffe verwerten, wie sie etwa in besonders umweltfreundlichen Reinigungsmitteln zu finden sind. Ironischerweise sind dann vor allem diejenigen betroffen, die beim Putzen darauf achten, keine unnötigen Chemikalien zu verwenden.
Bis das Rätsel gelöst und ein Mittel zur Schimmelbekämpfung gefunden ist, raten Experten, die Armaturen regelmäßig mit einer Bürste zu reinigen und durch das Abkochen von Einzelteilen etwaige Pilze abzutöten.
Quelle: Spiegel ONLINE